Was ist BDSM und Sadomasochismus?

von Nadia

am 5 Aug 2021

Hast du dich schon öfters gefragt, wofür BDSM eigentlich steht? Finde es jetzt heraus!

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BDSM ist ein Sammelbegriff für alle sexuellen Handlungen, wie das Zufügen von Schmerz, körperliche Fesselung und Unterwerfung, die in einem nicht-sexuellen Szenario verpönt wären. In BDSM-Kreisen werden diese Praktiken jedoch mit dem Einverständnis beider beteiligter Personen zur gegenseitigen Befriedigung und Erregung ausgeübt.

Spanking, Auspeitschen, Fesseln, Kratzen, was auch immer du ausprobieren möchtest: Mit unserem Ratgeber zu BDSM und Bondage kannst du deinen Kink nach Lust und Laune ausleben.

Was bedeutet BDSM?

BDSM stammt aus den englischen Begriffen Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism. BDSM lässt sich dementsprechend in drei große Bereiche oder sechs verschiedene Handlungen unterteilen:

  1. Bondage und Disziplinierung
  2. Dominanz und Unterwerfung
  3. Sadismus und Masochismus (SM)

Bondage

Die körperliche Fesselung unter Verwendung der richtigen Ausrüstung.

Viele Menschen bringen Bondage oft unwissentlich in ihr Spiel mit ein, wenn sie zum Beispiel die pelzigen Handschellen benutzen, die ihre Freunde ihnen als Scherz gekauft haben — und viele Menschen genießen diese Erfahrung sehr!

Einer der Gründe, warum Bondage zu den beliebtesten BDSM-Aktivitäten gehört, ist, dass es Partner:innen das Gefühl der Hilflosigkeit und dir das Gefühl der Dominanz vermittelt — oder umgekehrt. Das Wissen, dass du mit ihm/ihr (fast) alles machen kannst, was du willst, zu deinem eigenen Vergnügen oder des deiner Partner:innen, und dass du jeden einzelnen Orgasmus kontrollieren kannst, ist äußerst befriedigend.

Andere Menschen sehnen sich einfach nach dem Gefühl, gefesselt zu sein, nach dem Gefühl der Einengung und des Sich-Windens gegen Zwänge in einem erotischen Szenario. Bondage eignet sich hervorragend, um zu lernen, sich zurückzulehnen und zu genießen, was der Partner tut, ohne sich um etwas kümmern zu müssen. Denn wenn du gefesselt bist, hast du keine andere Wahl, als dich zurückzulehnen und die Erfahrung zu genießen!

Disziplinierung

Das Durchsetzen von Gehorsam und das Erlangen von Kontrolle durch Regeln und/oder andere Formen der Bestrafung.

Wenn du jemals das Gefühl eines festen Klapses auf dem Hintern genossen hast, oder deine Spanking-Fantasien ausleben willst, stehen die Chancen gut, dass du auf ein wenig Disziplin stehst.

Disziplinierung findet im Wesentlichen dann statt, wenn die unterwürfige Person oder der/die "Sub" in der Beziehung Aufmerksamkeit benötigt, um ein Verhalten zu korrigieren, das als Verstoß gegen vorgegebene Regeln angesehen werden könnte. Diese Regeln werden vor jeder Aktivität aufgestellt und von beiden Partner:innen vereinbart. Die Regeln können so schlicht sein wie: "Der Abwasch muss erledigt sein, bevor etwas erotisches geschehen kann." Oder so streng wie: "Du darfst keinen Orgasmus haben."

Wenn BDSM dir neu ist, kannst du ein Rollenspiel ausprobieren, bei dem du, zum Beispiel, deiner unartigen Krankenschwester jedes Mal ein paar disziplinierende Klapse mit einem Spanking-Paddel verpasst, wenn sie versehentlich die "medizinische Ausstattung" auf den Boden fallen lässt. Wenn du dich mehr auf die Disziplin einlassen willst, kannst du sowohl körperliche (z.B. Klapse) als auch psychologische Bestrafungen (Demütigung oder verbale Geißelung) anwenden.

Dominanz

Eine Reihe von Verhaltensweisen, Bräuchen und Ritualen, die die Ausübung von Kontrolle und Macht über andere ermöglichen.

Vielleicht ist es dir gar nicht bewusst, aber in den meisten Beziehungen gibt es eine "dominante" und eine "unterwürfige" Person. Es liegt an dir, wie sehr du diese Rollen erkunden willst.

Viele Menschen mögen es, ihre dominante Seite im Schlafzimmer auszuleben, indem sie ihre Partner:innen disziplinieren und fesseln. Viele andere üben ihre Dominanz gerne im Alltag aus und gehen eine Beziehung ein, die weitgehend auf diesen Rollen basiert.

Wenn dir das Gefühl der sexuellen Kontrolle gefällt, kannst du deine Dominanz auch auf andere Weise zum Ausdruck bringen, z. B. indem du deine:n Untergebene:n dazu bringst, bestimmte Aufgaben und Tätigkeiten im Haus zu erledigen, oder ein Halsband oder Namensschild zu tragen. Vielleicht möchtest du auch versuchen, deine:n Partner:in zu dominieren, indem du ihre/seine Orgasmen verweigerst. Du entscheidest, wann dein Lover zum Höhepunkt kommen darf.

Unterwerfung

Ein Zustand der Nachgiebigkeit, der sich aus der Unterwerfung ergibt.

Dominanz und Unterwerfung gehen Hand in Hand. Die unterwürfige Person muss tun, was die dominante Person verlangt, oder sie riskiert, auf jede Art und Weise diszipliniert zu werden, die der dominante Part für angemessen hält.

Unterwürfige genießen es, wenn ihnen beim Sex die Kontrolle entzogen wird, indem sie einen Knebel tragen, der sie am Sprechen hindert, oder indem sie mit Hand- und Fußfesseln daran gehindert werden, sich selbst oder die dominante Person zu berühren. Diese Art des Machtaustauschs kann sexuell und emotional sehr erfüllend sein.

Viele Menschen dehnen diese Unterwürfigkeit auf ihren Lebensstil aus, indem sie ihren dominanten Partner:innen erlauben, die Schlüsselhalter für ihren Keuschheitsgürtel zu sein, oder indem sie die Rolle des Haussklavens übernehmen.

Sadismus

Die sexuelle Befriedigung durch das Zufügen von Schmerzen bei anderen.

Sadismus wird oft als "schmutziges" Wort betrachtet, weil es mit Kriminellen und moralisch korrupten Figuren in Literatur, Film und Fernsehen assoziiert wird (man denke an den Marquis de Sade oder Kakihara in Ichi the Killer). Sadismus und Masochismus werden jedoch von der BDSM-Gemeinschaft wieder aufgegriffen und als etwas Gutes dargestellt.

Wenn du Sadist:in bist, genießt du es, Schmerzen durch körperliche Bestrafung oder Demütigung zuzufügen. Dies sollte immer in gegenseitigem Einvernehmen geschehen, mit dem Verständnis, dass es einer oder beiden Parteien sexuelles Vergnügen verschafft.

Viele Sadist:innen benutzen gerne Peitschen, Gerten oder Paddel, während andere die Sache noch ein wenig weiter treiben, indem sie Klemmen, heißes Wachs oder Elektro-Sexspielzeug verwenden.

Das sexuelle Element ergibt sich oft aus dem Gefühl der Ausführung dieser Handlungen und der damit verbundenen Macht, sowie aus dem Aussehen des Körpers, wenn er nach Schlägen oder Peitschen rosig rot ist.

Masochismus

Die sexuelle Befriedigung durch das Erleiden von zugefügtem Schmerz.

Masochismus ist im Wesentlichen das Gegenteil von Sadismus. Masochisten genießen es, wenn ihnen von ihnen selbst oder einer dominanten/sadistischen Person Schmerzen zugefügt werden, was oft zu sexueller Befriedigung oder sogar zum Orgasmus führt.

Viele Masochisten genießen es, Schmerzen zu erleiden, da dadurch eine große Menge an Endorphinen freigesetzt wird, die ein Gefühl des Wohlbefindens oder ein natürliches High erzeugen. Es wird auch berichtet, dass Masochisten nach dem Auspeitschen oder Demütigen ein kathartisches Gefühl empfinden, das sie entspannt und von Stress befreit.

Sexuelle Befriedigung wird oft durch die Folterung der Genitalien oder durch Schmerzen ausgelöst, da diese Empfindungen einzigartig und intensiv sind.

Eine gute Möglichkeit, deine masochistische Seite zu erkunden, ist die Anschaffung von Nippel- oder Klitorisklemmen und Gewichten, die du allein oder mit Partner:in verwenden kannst. Der Kneifeffekt kann unglaublich erotisch sein und der Zug der Gewichte sorgt für ein sinnliches Brennen, das du mit nichts anderem erreichst.

Sicherheit geht vor

Das Wichtigste bei allen BDSM-Aktivitäten ist, dass sie sicher, vernünftig und einvernehmlich sind. Hier sind unsere praktischen Tipps, um sicherzustellen, dass du das Beste aus deinem erotischen Erlebnis herausholst:

  1. Vergewissere dich, dass du ein Sicherheitswort (Safeword) und ein Sicherheitszeichen hast, die du jederzeit anwenden kannst, um das Spiel zu beenden, wenn es dir zu viel wird.
  2. Wenn dein:e Partner:in nicht interessiert ist, solltest du das Thema nicht erzwingen. BDSM sollte nur praktiziert werden, wenn beide Partner:innen dazu bereit sind und sich wohl fühlen.
  3. Wenn mehr als eine Person an den Aktivitäten beteiligt ist, stelle sicher, dass alle wissen, was passieren wird. Gruppensituationen können beängstigend sein, wenn alle anderen zu wissen scheinen, was sie tun, und man selbst im Dunkeln ist!
  4. Bespreche deine Regeln und Grenzen, bevor du mit den Aktivitäten beginnst. Diese Richtlinien sollten von allen Beteiligten vereinbart werden und können sogar schriftlich festgehalten werden, um die Dinge klarer zu machen.
  5. Nimm vor oder während der Session keine Schmerzmittel oder Alkohol zu dir, da diese den Schmerz betäuben und dich für Verletzungen anfälliger machen.

Vor allem aber gilt: Bleib sicher und hab Spaß!

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Nadia

Verfasst von Nadia. Lovehoney Redaktion
Leidenschaftliche Toy-Expertin mit einem Faible für Handarbeit:
Nadia schreibt seit 2015 über Interessantes, Kurioses und Aufregendes zum Thema Lust und Leidenschaft. Wenn sie mal nicht an Sex denkt, strickt sie Socken, denn laut einer Studie erhöhen warme Füße die Chancen auf einen Orgasmus.

Zuerst veröffentlicht am 5 Aug 2021. Aktualisiert am 5 Aug 2021
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