"Wie ist eine Dom/Sub-Beziehung wirklich?"

von Guest

am 24 Nov 2021

Viele von euch wollten wissen, wie die Beziehung zwischen einem dominanten und einem unterwürfigen Partner wirklich aussieht. Deshalb haben wir uns an die Sex-Bloggerin und Königin des Kink, Cara Sutra, gewandt, damit sie uns mehr erzählt.

Bondage couple flogger

Viele von euch wollten wissen, wie die Beziehung zwischen einem dominanten und einem unterwürfigen Partner wirklich aussieht. Deshalb haben wir uns an die Sex-Bloggerin und Königin des Kink, Cara Sutra, gewandt, damit sie uns mehr erzählt.

Die Welt der Dominanz und Unterwerfung hat eine dunkle Anziehungskraft und bleibt für viele ein rätselhaftes Geheimnis. Wie funktioniert eine Dom/Sub-Beziehung? Kann man einfach so in den Kink eintauchen oder muss man ein festes Mitglied der BDSM-Szene werden?

Paare erleben oft überraschende Vorteile für ihre Beziehung, wenn sie in die Welt der Dominanz und Unterwerfung eintauchen, und es geht nicht nur um Spanking und Fesseln. Die vollständige Abgabe der Kontrolle und die Akzeptanz dieser Kontrolle kann eine entscheidende Erfahrung für die Bindung in eurer Beziehung sein.

Das gemeinsame Erforschen neuer Abenteuer wird zu einem erotischen gemeinsamen Geheimnis. Außerdem kann das gegenseitige Vertrauen, das für solch intensive erotische Spiele erforderlich ist, zu einer stärkeren Anziehung zu euren Partner:innen führen als je zuvor.

Es gibt keinen Grund, sich von dem Gedanken, eine Dom/Sub-Beziehung auszuprobieren, abschrecken zu lassen. Entdeckt die Schönheit einer Beziehung, die von einem Austausch der Macht zwischen Partner:innen lebt.

Was ist eine Dom/Sub-Beziehung?

In einer Dom/Sub-Beziehung ist eine Person die dominante Partei (Dom), während die andere unterwürfig ist (Sub).

Der/die Dominante kann von Natur aus dominant sein (Lifestyle-Dominant), oder es genießen, die Partner:innen nur bei Rollenspielen im Schlafzimmer zu dominieren.

Die unterwürfige Person kann ebenfalls das Gefühl haben, eine unterwürfige Identität zu haben. Dabei kann es sich um sexuelle Unterwerfung handeln oder um eine Vorliebe für das Befolgen von nicht-sexuellen Anweisungen. Andere Unterwürfige genießen es, sich dominanten Partner:innen nur im Schlafzimmer, beim Vorspiel und beim Sex zu unterwerfen.

Das bedeutet, dass manche Paare Dominanz und Unterwerfung nur im Schlafzimmer genießen, während sich andere Dom/Sub-Beziehungen auf jeden Aspekt des Lebens erstrecken. Wenn Paare es genießen, rund um die Uhr dominant oder unterwürfig zu sein, nennt man das Total Power Exchange (TPE).

Dom/Sub-Beziehungen beinhalten ein extremes Maß an Vertrauen, das mit sexueller und/oder psychologischer Befriedigung belohnt wird. Diese Art von Beziehung bietet ein Maß an emotionaler Bindung, das manche Menschen in typischen Beziehungen oder beim Sex ohne diesen Kink nur schwer oder gar nicht erreichen können.

Consent ist ein Muss

Regel Nummer eins? Das Einverständnis (Consent) ist ein absolutes Muss. Sie ist die nicht verhandelbare Voraussetzung, und zwar nicht nur bei Bondage- und BDSM-Spielen, sondern bei allen sexuellen oder intimen Aktivitäten. Das trägt dazu bei, dass alle glücklich und sicher sind und Spaß haben, denn darum geht es ja.

Respekt und Vertrauen

Dom/Sub-Beziehungen erfordern einen starken gegenseitigen Respekt. Für Außenstehende können die Sessions den Eindruck erwecken, dass der Sub vom Dom missbraucht wird. Alle Aktivitäten wurden jedoch vorher besprochen und abgesprochen und sind für alle Beteiligten wünschenswert.

Der Dom hat den größten Respekt vor seinem aktiv einwilligenden Sub: Respekt vor dessen Wünschen, Macken, eventuellen Grenzen und der Tatsache, dass er die Kontrolle innerhalb dieser vereinbarten Grenzen freiwillig an den Dom abgegeben hat.

Der Sub respektiert seinen Dom und vertraut darauf, dass er sich nur so verhält, wie es seinem Grad der Hingabe entspricht. Selbst wenn sich die Grenzen und Wünsche des Sub im Laufe der Zeit ändern, werden diese Veränderungen respektvoll besprochen und neue Spielmöglichkeiten sorgfältig erkundet.

Respekt geht in beide Richtungen, zwischen Dom und Sub. So entsteht ein starkes Vertrauen zwischen dem Paar. BDSM berührt oft die verletzlichsten Bereiche der Psyche und der Sexualität eines Menschen, was zu solch intensiven, sinnlichen und erotischen Sessions führt.

Deshalb ist absolutes Vertrauen von unschätzbarem Wert. Die Bindung zwischen einem Dom und einem Sub ist stark. Der ständige Beweis des gegenseitigen Vertrauens des Paares durch Bondage, Spanking oder das gemeinsame Erforschen diverser Macken schmiedet eine einzigartig starke Beziehung.

Recht auf freie Meinungsäußerung

Regelmäßige und klare Kommunikation zwischen Dom und Sub ist sehr wichtig. Obwohl der Ratschlag, "die Kommunikationslinien offen zu halten", häufig in Sex- und Beziehungsratgebern zu finden ist, ist dies nirgends so wichtig wie in einer Dom/Sub-Beziehung.

In einer Dom/Sub-Beziehung gibt eine Person die Kontrolle ab, während die andere es genießt, die Kontrolle über sie zu haben. Diese Kontrolle kann in Form von sexuellen Handlungen oder dem Erfüllen anderer Aufgaben erfolgen. Wenn eine so intime Kontrolle gegeben und akzeptiert wird, ist klar, dass eine eingehende Diskussion zwischen Dom und Sub erforderlich ist. Nicht nur am Anfang, sondern als ständige Facette der Beziehung.

Wie sagt man "Stopp", wenn "Stopp" "Los" bedeutet?

Bei kinky Spanking-Sessions oder erotischer Bondage ist es durchaus üblich, dass die unterwürfige Partei protestiert. Die Proteste sind Teil des Rollenspiels, tragen zur Atmosphäre bei und machen beide Partner:innen an.

Wenn das Stöhnen "Nein, bitte aufhören" so viel bedeutet wie "Ich liebe das, bitte mehr!", wie kann der unterwürfige Part dann mitteilen, wann er wirklich aufhören will? Und woher weiß der dominante Part, wann "Stopp" wirklich "Stopp" bedeutet, oder wann "Nein" wirklich "Nein" bedeutet?

Das mag alles ziemlich verwirrend erscheinen. Sicherlich bedeutet "Nein" "Nein", und "Stopp" bedeutet "Stopp". Wenn man eine Dom/Sub-Beziehung sieht, in der diese Worte verwendet werden, die Handlung aber weiter geht und beide es zu genießen scheinen, kann das widersprüchlich erscheinen. Ist das sicher? Was ist, wenn der Dom die Situation falsch einschätzt? Wie kann der Untergebene "Stopp" sagen und es auch so meinen?

Keine Sorge, es gibt eine klare Möglichkeit, "Stopp" zu sagen und es auch so zu meinen, wenn man in einer Dom/Sub-Beziehung Spaß hat. Sie benutzen ein Sicherheitswort (Safeword).

Die Vereinbarung eines Sicherheitswortes vor Beginn der Session ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass der Sub "Stopp" sagen und wirklich meinen kann. Ein Sicherheitswort muss ein Wort sein, das Sie normalerweise nicht während ds Spiels oder beim Sex sagen würden, also sind Wörter wie "Stopp" und "Nein" ausgeschlossen. Wörter wie "Giraffe", "Traktor" oder "Teetasse" wären zum Beispiel aus dem Kontext gerissen und würden dem Dom die wahre Bedeutung klar vermitteln: "Stopp".

Eine weitere Möglichkeit, ein Sicherheitswort einzuführen, ist die Verwendung des Ampelsystems. Anstatt sich auf ein beliebiges Wort für "Stopp" zu einigen, werden die Wörter "rot", "gelb" und "grün" verwendet. "Rot" bedeutet, dass man sofort aufhören muss, "gelb" bedeutet, dass man vorsichtig sein muss, und "grün" bedeutet, dass alles in Ordnung ist.

Wie es sich anfühlt, in einer Dom/Sub-Beziehung zu sein

Regelmäßige Kommunikation über Bedürfnisse und Wünsche, tiefes Vertrauen, das zu angstfreier Verletzlichkeit führt, und volle körperliche und geistige Erfüllung als Belohnung machen eine Dom/Sub-Beziehung zu einem magischen Erlebnis.

Es geht um mehr als nur darum, einen kräftigen Klaps auf den Hintern zu bekommen oder sich in Fesseln zu winden (obwohl das auch ein tolles Gefühl ist). Es geht um zwei Menschen, die den Ausgleich und die Lösung für die Bedürfnisse des anderen sind, wie auch immer sich diese Bedürfnisse manifestieren.

Die erotischen Teile sind auf jeden Fall sexy. Die Gerten und Paddel, das Bondageseil, die Forderung nach sexuellen Dienstleistungen. Aber auch die nicht-erotischen Teile sind auf ihre eigene Weise sexy. Eine Dom/Sub-Beziehung kann tiefe psychologische und emotionale Vorteile haben, die über Bondage-Orgasmen hinausgehen.

Der Austausch von Macht ist ein gemeinsames Geheimnis, das Paare enger zusammenschweißen kann. Es ist ein berauschender Nervenkitzel, die Kontrolle über Partner:innen zu haben oder die Kontrolle an sie abzugeben.

Denkt daran, dass der Spaß im Vordergrund steht

Wenn Dominanz und Unterwerfung euer Ding ist, müsst ihr nicht gleich ins kalte Wasser springen. Es geht nur um sicheren, einvernehmlichen Spaß. Wenn ihr experimentieren und sehen wollt, wohin der Weg euch führt, ist das absolut in Ordnung. Die meisten Dom/Sub-Beziehungen entwickeln sich ständig weiter und passen sich den wechselnden Bedürfnissen, Wünschen und Grenzen beider Partner:innen an. Genießt die Reise!

Wenn ihr die lustvollen Möglichkeiten einer Dom/Sub-Beziehung in Betracht zieht, habt ihr den ersten Schritt in ein neues Leben mit jede Menge Kink getan. Niemand sonst muss davon erfahren, sodass eure Erkundung als Paar ein gemeinsames sexy Geheimnis sein wird.

Die Entscheidung, sich gemeinsam auf diese neue Reise zu begeben, wird die Erotik in eurer Fantasie beflügeln, euer Sexleben aufpeppen und eine aufregende Grundstimmung in eurem Alltag erzeugen.

Du kannst Cara auf ihrem Blog, auf Twitter, oder Instagram folgen.

Cara Sutra
Guest

Verfasst von Guest.

Zuerst veröffentlicht am 24 Nov 2021. Aktualisiert am 24 Nov 2021
Teilen